Leben mit der Energiewende

Bildquelle: newslab UG

Nicht nur jeder Solarstromerzeuger hat die von der Bundesregierung für März 2012 beschlossene Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom ungläubig aufgenommen. Wie lässt sich diese neue Regelung mit der kurz zuvor – nicht zuletzt als deutsche Antwort auf Fukushima – beschlossenen Energiewende vereinbaren? Die Antwort ist, wie Journalist und Filmemacher in seinem sehenswerten Film „Leben mit der Energiewende“ zeigt, einfach: Gar nicht.

Aufklärerisch und „Open Source“

Frank Farenski hat mit seinem Film „Leben mit der Energiewende“ eine zweifach überzeugende Dokumentation geschaffen. Nicht nur klärt er unaufgeregt und fundiert auf, dass und warum regenerative Energieträger wie die Solarenergie in Deutschland systematisch unterdrückt werden. Er hat außerdem alle dazugehörigen Medieninfos samt Film als sogenannte Open Source (also für alle kostenlos zugängliche) Daten auf www.energiewende-derfilm.de sowie über die Videoplattform You Tube und das soziale Netzwerk Facebook ins Netz gestellt. Sie können weiterverlinkt und von jedem frei und unentgeldlich genutzt werden.

1,68 Cent – Wirklich zu viel Geld, um sauberen Solarstrom zu beziehen?

So ist Farenskis Aufklärungsarbeit unabhängig von der Resonanz der Verleihe. Dennoch wird der Film auch noch zusätzlich in ausgewählten Kinos zu sehen sein. Der Clou: Die Eintrittskarte kostet 1,68 Cent. Eine eigentlich lächerlicher Betrag, denkt sich der Kinobesucher – und doch ist es genau diese Summe, die die Regierung als offiziellen Grund für die Einspeisevergütungssenkung angibt.

Handfeste Argumente, sachlich präsentiert: Daran krankt der deutsche Strommarkt

So wird nochmal glasklar vor Augen geführt, wie brüchig die offizielle Argumentationskette ist. Der Film weist zeigt dies anhand von Daten und Interviews mit Experten und Betroffenen auf. Er zeigt nicht nur, dass Deutschland auf dem besten Weg war, der innovativste Photovoltaikhersteller und Nutzer der Welt zu sein – und dass der Solarstrom selbst längst zu einem preislich den fossilen Energien fast ebenbürtigen Stromversorger mit ausreichend Versorgungskapazitäten geworden ist. Deutlich wird auch, dass es an anderen Stellen krankt: Erstens an der enorm mächtigen Politlobby der wenigen, großen Energierzeuger, die zuerst alle noch mögliche Monetarisierung herkömmlicher Energieträger wie Kohle und Atomkraft umsetzen und danach auch den Markt der regenerativen Energie mit Windkraft für sich monopolisieren wollen. Zweitens an den katastrophalen, bürokratisch legitimierten Netzengpässen, die eine massenhafte Einspeisung von Solarstrom schlicht nicht zulassen.

Abschluss

„Leben mit der Energiewende“ moralisiert nicht. Er zeigt schlicht auf, dass es nicht genug Regulative am neoliberalen Strommarkt gibt, die der ökologisch einzig und definitiv gangbaren Photovoltaik-Lösung den Weg ebnen. Das ist auch ein Appell, sich zu wehren – auf politischer Ebene wie auf pragmatischer: Durch den Aufbau lokaler, autarker Insellösungen, die abgekoppelt vom Flächennetz und Politik die Sonne tanken.

Weitere Infos: http://www.newslab.de/newslab/energiewende-derfilm.html

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